DJ für die Firmenfeier: warum sie anders läuft als eine Hochzeit
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Eine Firmenfeier ist die schwierigste Veranstaltung, die wir spielen. Nicht wegen der Technik, sondern wegen der Ausgangslage: Die Gäste haben sich nicht ausgesucht, hier zu sein, kennen sich unterschiedlich gut und sind zwischen 22 und 64. Bei einer Hochzeit will jeder, dass der Abend gelingt. Bei einer Firmenfeier muss man ihn sich verdienen.
Der Abend hat drei Teile, nicht einen
Wer eine Firmenfeier wie eine Party plant, verliert die erste Hälfte. In der Praxis zerfällt der Abend fast immer in dieselben drei Abschnitte, und jeder braucht etwas anderes.
- Ankommen und Essen – Musik, über die man hinwegsprechen kann. Der häufigste Fehler ist, hier schon zu laut zu sein
- Reden und Programm – Ton, bei dem auch der letzte Tisch jedes Wort versteht. Das ist der Teil, an dem eine Feier scheitern kann
- Der Abend – hier entscheidet sich, ob getanzt wird. Meist ab 22 Uhr, selten früher
Zwischen Teil zwei und drei liegt der kritische Moment. Wer die Reden ausklingen lässt und dann erst überlegt, was jetzt kommt, hat den Raum schon halb verloren.
Reden sind der Punkt, an dem es schiefgeht
Eine Rede, die hinten nicht ankommt, ist schlimmer als keine Rede. Der Geschäftsführer spricht leiser, als er denkt, das Mikrofon wird zu tief gehalten, und im Saal klirrt Besteck. Das ist kein Zufall, das ist der Normalfall – und man plant dagegen.
Praktisch heißt das: ein Funkmikrofon, das vorher jemand in der Hand hatte, ein zweites für den Fall, dass die Batterie streikt, und ein Pegel, der auf den vollen Raum eingestellt ist statt auf den leeren. Wer eine Präsentation zeigt, braucht außerdem den Ton vom Laptop – und zwar vorher getestet, nicht während alle warten.
Musik für ein Publikum, das sich nicht ausgesucht hat, hier zu sein
Bei einer Hochzeit kennt der DJ das Paar und ungefähr dessen Geschmack. Bei einer Firmenfeier ist das Publikum ein Querschnitt: Auszubildende und Abteilungsleiter, Schicht und Verwaltung, Menschen, die zusammen arbeiten und sonst wenig teilen.
Was funktioniert, sind Lieder, die zwei Generationen aus unterschiedlichen Gründen mögen. Was nicht funktioniert, ist ein Genre-Abend – wer eine 90er-Party ansetzt, verliert die Hälfte des Raums, bevor der erste Song läuft. Die Ausnahme ist ein Motto, das die Firma selbst gesetzt hat und das alle mittragen.
Was ihr als Veranstalter vorher klären solltet
- Bis wann darf gefeiert werden – steht im Vertrag mit der Location, nicht im Wunsch der Geschäftsführung
- Wer hält Reden, wie lange, und wann genau
- Gibt es ein Programm – Ehrungen, Verlosung, eine Band vorher
- Wie viele Gäste kommen wirklich, nicht wie viele eingeladen sind
- Gibt es einen Raucherbereich, und wie weit ist er weg – das entscheidet über die Tanzfläche mehr als die Musik
Die letzte Zeile klingt nebensächlich und ist es nicht. Ein Raucherbereich zwei Türen weiter kostet jedes Mal zwanzig Minuten Tanzfläche.
Weihnachtsfeier: der Termin, den man zu spät bucht
Die Wochen zwischen Ende November und dem 20. Dezember sind für Dienstleister die dichteste Zeit des Jahres, dichter als der Hochzeitssommer. Wer im Oktober anfragt, sucht sich nicht mehr aus, wen er bekommt.
Realistisch ist September. Wer den Termin schon im Frühjahr kennt, kann ihn auch im Frühjahr vergeben – das kostet nichts und nimmt eine Aufgabe aus dem November heraus.